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Femur (Gliederfüßer)

Femur (Gliederfüßer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Insektenbein: Das Femur ist das dritte Glied des Beines

Das Femur, Pluralform Femora, übersetzt auch Schenkel, ist eines der Glieder des Beines am Thorax (oder Brustabschnitt) der Gliederfüßer.

Beim Insektenbein folgt auf die Coxa als erstes, körpernächste Glied, der Trochanter, dann das Femur. Darauf folgt die Tibia (Schiene, selten Unterschenkel) und schließlich der Tarsus. Das Insektenbein besteht als aus fünf Gliedern (plus einem Prätarsus mit den Klauen, der eventuell einem eigenen Glied entspricht). Diese Glieder können sekundär weiter unterteilt sein. Dabei handelt es sich dann aber nicht um echte Beinabschnitte, sondern um durch sekundäre Einschnürung gebildete Ringel (Annuli). Während zwischen Femur und Tibia ein echtes Gelenk ausgebildet ist, ist die quere oder oft schief ansetzende Verbindung zwischen Femur und Trochanter meist unbeweglich, manchmal erlaubt sie eine geringe Beweglichkeit.[1] Femur und Trochanter werden also oft als mechanische Einheit bewegt. Das Femur ist oft der größte Beinabschnitt, er ist je nach Funktion vielfach morphologisch abgewandelt. So sind Femora von Schwimm-, Grab- und Sprungbeinen oft gegenüber den anderen Beingliedern merklich verdickt.[2]

Bei den Kieferklauenträgern mit den Spinnentieren (Arachnida) ist das Femur ebenfalls das dritte Beinglied, sowohl bei den Laufbeinen wie auch bei den Pedipalpen. Die Gliederung hier (beim Laufbein) ist Coxa – Trochanter – Femur – Patella – Tibia – Tarsus, wobei der Tarsus noch in Basistarsus (auch Metatarsus) und Telotarsus weiter untergliedert ist. Da die Pycongonida oder Asselspinnen hier ein Glied mehr haben, bei ihnen ist der Femur in zwei Glieder, genannt Basifemur und Telofemur, geteilt, wird angenommen, dass das Femur der Arachniden aus Verschmelzung dieser beiden Glieder hervorgegangen ist.[3] Tatsächlich ist die Homologie verwickelt: Femur der Mandibulata (unter Einschluss der Insekten als einer Teilgruppe) und Tibia der Spinnentiere sind vermutlich zueinander homolog.[4]

Bei den (ebenfalls zu den Mandibeltieren gehörenden) Tausendfüßern (Myriapoda) ist die Gliederung Coxa – Trochanter – Präfemur – Femur – Postfemur – Tibia – Tarsus bei den Doppelfüßern (Diplopoda) bzw. Coxa – Trochanter – Präfemur – Femur – Tibia – Tarsus bei den Hundertfüßern (Chilopoda). Vermutlich ist der Postfemur dabei aus einer sekundären Unterteilung des Femurs evolutionär hervorgegangen.[3]

Bei den Beingliedern der Krebstiere ist die Bezeichnung Femur nicht üblich. Manchmal wird bei den Bärtierchen (Tardigrada) eines der beiden Beinglieder Femur genannt.[5]

Einzelnachweise

  1. Rolf G. Beutel, Frank Friedrich, Si-Qin Ge, Xing-Ke Yang: Insect Morphology and Phylogeny. A textbook for students of entomology. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2014. ISBN 978-3-11-026263-6. S. 39–40.
  2. Gordon Gordh, David Headrick: A Dictionary of Entomology. CABI, Wallingford, 2nd edition 2011. ISBN 978-1-84593-542-9. Eintrag Femur, S. 562.
  3. 12Geoff A. Boxshall (2004): The evolution of arthropod limbs. Biological Reviews 79: 253–300. doi:10.1017/S1464793103006274
  4. Benjamin C. Klementz, Georg Brenneis, Ethan M. Laumer, Sophie M. Neu, Mark S. Harvey, Prashant P. Sharma (2025): Evolution and homology of leg segments in Chelicerata: Evo-devo solutions to century-old challenges. Arthropod Structure & Development 87: 101446. doi:10.1016/j.asd.2025.101446
  5. Edward E. Ruppert, Richard S. Fox, Robert D. Barnes: Invertebrate Zoology. Brooks/Cole, 7th edition 2004. ISBN 0-03-025982-7. S. 510
  • Extremitäten. www.spektrum.de, Kompaktlexikon der Biologie.
  • Glossar. araneae, Spinnen Europas, von Wolfgang Nentwig, Theo Blick, Robert Bosmans, Christian Kropf & Anna Stäubli.